12min.MED - Life Science Talks & Networking #04

MEDIZIN, GESUNDHEIT & FORSCHUNG treffen KREATIVE, NEW ECONOMY & STARTUPS

22.02.18 | 19:00

Die vierte Ausgabe von 12min.MED - Life Science startet am 22. Februar um 19:00h im TRANSFORMATIONSWERK. In Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover und unserem Partner hannoverimpuls bringen wir wieder 3 spannende Vorträge auf die Bühne. Seid dabei!

Hier unsere spannenden Speaker:

1. Sandro Engel | Sisyfox - Founder of Urban Invention

Thema: "Spielerisch motivieren - Wie Game-Thinking die Therapie von morgen verändert"


 

Abstract: Games werden zur Schlüsselindustrie für die Digitalisierung und damit zu einem wichtigen Faktor für wirtschaftlichen Erfolg. Die Erfahrung der modernen Spielindustrie bietet darüber hinaus weitaus größeren Mehrwert für branchenfremde Märkte. Games haben das Potential interdisziplinär Prozesse zu optimieren, Produkte zu verbessern und wirkliche Innovationen hervor zu bringen. 

In der Gesundheitsindustrie ist der Einfluss spielerischer Komponenten zur Optimierung von Behandlungen bereits bekannt, durch Studien belegt, allerdings noch lange nicht etabliert. Die Möglichkeiten und Erkenntnisse aus dem Bereich der interaktiven Unterhaltungselektronik schaffen neue Therapie-Konzepte und bessere Ergebnisse. Eine dem Krankheitsbild angepasste Spielmechanik kann beispielsweise für langanhaltende Motivation während der Therapie sorgen und gleichzeitig den Betreuungsaufwand reduzieren. 

Anhand des interaktiven Spiel-Systems “SisyFox”, gibt Sandro Engel einen Einblick, wie Spiele zukünftig Einzug in die Therapie erhalten können.

2. Prof. Dr. Rainer Blasczyk | Medizinische Hochschule Hannover - Institut für Transfusionsmedizin

Thema: "Invisible Organs"



Abstract: Abstoßung und Organmangel sind die großen Hürden der Transplantationsmedizin. Daher ist der Wunschgedanke nach wie vor die Erzeugung einer Toleranz gegenüber unbegrenzt verfügbaren Organen. Zumindest bei der Vermeidung einer Abstoßung sind die Fortschritte unübersehbar. Dabei ist der Grundgedanke aber fast immer die Modifizierung des Immunsystems des Empfängers zur Erreichung einer immunologischen Blindheit gegenüber dem transplantierten Organ. Allerdings bleibt die Induktion einer Transplantat-spezifischen Toleranz auch heute noch ein unerfüllter Traum. Stattdessen muss die immunologische Blindheit durch eine allgemeine, meist lebenslange, Immunsuppression erkauft werden, die trotz aller Fortschritte bei Biomarkern, Immunsuppressiva und Monitoring dem Patienten noch immer eine hohe Bürde auferlegt.

Das Ziel der Invisible Organs ist ein komplett neuer Ansatz, um das Problem der Organabstoßung zu lösen: anstatt eine immunologische Blindheit beim Organempfänger zu induzieren soll eine immunologische Unsichtbarkeit des Spenderorgans erzeugt werden. Dazu werden während der ex vivo Phase des Transplantats in einem Organerhaltungssystem die Abstoßungs-verursachenden Gewebemerkmale gentechnisch dauerhaft ausgeschaltet. Dadurch entsteht eine Tarnung, die das Organ vor Abstoßungsattacken verschont. In bisherigen in vivo Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass derart veränderte Zellen und Gewebe nicht mehr abgestoßen werden können. Diese neue Methode bietet die Aussicht auf ein Leben ohne Abstoßung und ohne Immunsuppression, auf ein besseres Transplantatüberleben, mehr Lebensqualität und mehr verfügbare Organe.

3. Prof. Dr. Nils Hoppe | Leibniz Universität Hannover - CELLS (Centre for Ethics and Law in the Life Sciences)

Thema: "Fragen kostet nichts? Die Informierte Einwilligung gestern, heute und morgen..."



Abstract: „Ärzte stehen die meiste Zeit mit einem Bein im Gefängnis: Behandlungen von und Eingriffe an Patienten sind in der Regel eine Körperverletzung. Was die Ärzte rettet, ist die informierte Einwilligung - erst sie heilt die Strafbarkeit des Eingriffs. Gleiches gilt für die biomedizinische Forschung an und mit Probanden. Die Einwilligung ist deshalb auch der rote Faden, der sich durch die ethische und rechtliche Bewertung von Behandlung und Forschung mit Menschen zieht. Umso überraschender ist es, dass viele wissenschaftliche Errungenschaften des 20. Jahrhunderts ohne Einwilligung entstanden sind und der Mensch zum Rohstoff der Forschung wurde. Ich nehme Sie mit auf eine spannende Reise durch die rasanten Entwicklungen in der medizinischen Forschung der letzten 100 Jahre und widme mich dabei der Frage, welche Rolle die Einwilligung in der Medizin in der Vergangenheit, heute und in der Zukunft spielt.“

Wir freuen uns auf einen schönen Abend!