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Generation Y(ouTube) – Als die Bilder (im Internet) laufen lernten und wie Unternehmen darauf reagieren

Der Videokonsum im Internet steigt. Auf YouTube entwickeln sich eigene Kanäle, Stars und damit auch Sehgewohnheiten. Und wir zeigen ein paar Wege auf wie Unternehmen versuchen darauf zu reagieren. Der Videokonsum im Internet steigt. Und Unternehmen haben darauf längst reagiert und Werbeclip, Imagefilm oder Mitarbeiterinformation bevölkern Videoplattformen und Webseiten. Doch ist das das richtige Vorgehen oder müssen mit den wachsenden Möglichkeiten die Marketingabteilungen umdenken  – nur wie ist die Frage?

Exkurs: seitwaerts

Das ist ein guter Anlass uns mal näher mit Bewegtbild auseinanderzusetzen. Deshalb stand die dritte Ausgabe von seitwaerts ganz im Zeichen Film.

Zuerst: Was ist seitwaerts? Die Bezeichnung „Wundertüte“ trifft es am ehesten. Eine Vortragsreihe mit Experten die uns helfen jenseits vom Agenturalltag eine neue Perspektive einzunehmen. Diese findet in unregelmäßigen Abständen statt. Bei der dritten seitwaerts Ausgabe begleiteten uns alte Bekannte, mit denen wir schon häufiger an klassischen Werbefilmen zusammengearbeitet haben. Jetzt hatten wir die Gelegenheit uns mit Kai Uwe Lipphardt und Martin Murch (beide Leanscleaner) und Guido Tölke über Ihre Zahlreichen Webprojekte zu unterhalten.

Sehen und gesehen werden – Der Onlinevideokonsum steigt

Die Nutzung von Mediatheken und Videoplattformen steigt konstant seit Jahren und sorgt im Netz für einiges an Bewegung. Nach neuen BITKOM Zahlen nutzen in Deutschland 40 Millionen Menschen Videos per Stream. Das sind nicht nur die Hälfte der Bevölkerung, sondern auch 73% der Onliner. Schaut man sich die Zahlen genauer an, sind es in der Zielgruppe der 14-29 Jährigen sogar fast 90% (Quelle: BITKOM). Die steigende Bedeutung gerade in der Ansprache junger Menschen macht es für Unternehmen nochmal wichtiger in Zukunft ein gutes (Bewegt-)Bild im Netz abzugeben. Potenzial gibt es genug: So waren 2012 erst 28% der Unternehmen auf Videoportalen aktiv. Eine überschaubare Zahl, wenn man den Einfluss auf den Weg zur Kaufentscheidung bedenkt, den Video haben kann. YouTube spricht hier von 64% „Influence on the Path to Purpose“. Auch ein interessanter Indikator dafür, dass Film für Unternehmen interessanter wird, stellt der neuste Google Shopping Streifzug dar. Mit der App directr sicherte sich das Unternehmen aus Mountain View einen Dienst, der es Unternehmen einfach ermöglicht Imagefilme zu erstellen.

Nun ist es nicht gerade so, dass die Heerscharen der Internetnutzer darauf warten mit verwackelten Imagevideos bespaßt zu werden. Die Aufgabe die es also zu lösen gilt, ist eine Zielgruppe zu erreichen,  die mit YouTube und Co. neue Rezeptionsmuster, neue Narationsstrukturen und neue Stars entwickelt hat. Im Schatten der Öffentlichkeit hat sich auf YouTube eine Szene entwickelt, die nach Ihren eigene Gesetzen funktioniert. Von Unboxing- und Haul-Videos, How-Tos, Reviews über Sketch- oder Fiktion-Formate entsteht eine Menge Content. Deren Helden Namen tragen wie Gronkh, Y-Titty, Herr Tutorial und Ebruza und Ihre Abo- und Klickzahlen gehen in die Millionen. Andreas Rickert schilderte neulich in welcher Parallelwelt wir uns da mittlerweile bewegen bzw. was bei uns Social-Media-Affinen, die wir durch die Brille der Unternehmenskommunikation blicken im Vorgarten passiert und wie wenig wir davon mitbekommen. Wie diese YouTuber ticken? Tilo Hensel hatte zwei vor der Kamera, die zeigen: Hauptsache leidenschaftlich.

Wie spricht man die „Generation Y(outube)“ also an?

Schwer zu sagen, aber es lassen sich drei Taktiken identifizieren.

Reviews: Die gute alte Promo. Produkt rausschicken und hoffen, dass ein Review daraus wird. Ein Kanal wie Gronkh bei dem es nur darum geht Videospiele witzig kommentiert durchzuspielen, erfreut sich großer Beliebtheit. Auch bei typischen Frauenthemen wie Kosmetik und Kleidung gibt es viele Beispiele. Wichtig ist es hier, die passenden Meinungsführer für das eigene Produkt zu identifizieren.

Produkt Placement: Das Produkt taucht im Kontext einer Sendung auf oder wird sogar thematisiert. Konkret: Y-Titty essen in Ihren Videos bei Mc Donald’s oder unterhalten sich sogar darüber. In die Sendung eingebaut soll ein positiver Imagetransfer vom Produkt erfolgen. Dadurch, dass die Produkte nicht in einem Werbeumfeld präsentiert werden, sollen Reaktanzen vermieden werden.

Branded Channel: Noch einen Schritt weiter als ein einfaches Produkt Placement geht die Einbindung von YouTube-Stars in die eigene Kommunikation. Die Telekom geht mit dem alles anderen als athletischen Andrew Cassidy den Weg weiter, den sie irgendwann mal mit Paul Potts und Bob Carey eingeschlagen hat. Eine andere Herangehensweise zeigt Coca-Cola. Für den eigenen YouTube Branded Channel holte sich das Unternehmen die Unterstützung von den YouTube Stars ApeCrime, die vorher schon sehr erfolgreich mit dem Kanal „Ponk“ waren. Während der WM liefen auf dem Brand Channel mehrere Webisodes in dem das Trio in gewohnter Manier Abenteuer erlebt, ganz nach den Sehgewohnheiten der jungen Zielgruppe. Das Ergebnis sind Views im fünfstelligen Bereich.

Veröffentlicht von

Texter und Konzeptioner bei neuwaerts. Lebt als Digitalnomade auf verschiedenen Blogs, facebook, twitter, google+, vine, pinterest und Myspace (*hust).

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