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Das Kulturgut Bier… für alle. Eine Brauerei in Hannover entsteht als Genossenschaft

Vor einem Jahr gründete Marc-Oliver Schrank mit 78 weiteren Bierinteressierten die Brauerei „Nordstadt braut“. Eine Besonderheit der Brauerei ist ihre Rechtsform als eingetragene Genossenschaft – mittlerweile gehören der Brauerei mehr als 320 Genossen an. Ihr erstes Selbstgebrautes, das 30167 Pils, ist bald ein Jahr im Umlauf. Oliver Schrank ist in Hannover Mitglied im Stadtbezirksrat Nord und betreibt seit neun Jahren den Kiosk „Onkel Olli´s“ in der Nordstadt – wir haben uns mit ihm über die Nordstadt braut unterhalten.


Onkel Olli´s Kiosk in der Nordstadt. Foto: sro

ts: Woher kommt deine Leidenschaft für Getränke?

Marc-Oliver Schrank: Die war schon immer da. Ich hatte oft Durst und nichts Vernünftiges zu trinken. Deswegen habe ich gesagt: Das muss professionalisiert werden, das muss ich selber in die Hand nehmen.

ts: Was bedeutet Bier für dich?

Marc-Oliver Schrank: Bier ist einfach Grundnahrungsmittel, das gehört zum Leben so wie Kartoffeln, Wasser oder Reis. Es ist auch eine schöne Gelegenheit, um mit Leuten zusammenzukommen, mit denen man vielleicht beruflich gar nichts zu tun hat.

ts: Welche Idee steckt hinter der Nordstadt braut?

Marc-Oliver Schrank: Wir wollen den Stadtteil verbinden, unsere Zeit sinnvoll verbringen und dieses Industrieprodukt, was Bier heute oft ist, wieder auf die ursprüngliche, handwerkliche Idee zurückführen. Es ist ja auch ein Lebensmittel und ein Kulturgut und das wollen wir nicht irgendwelchen Maschinen und Industrieleuten überlassen. Auf der anderen Seite sind die großen Themen: Nachbarschaft, freundschaftliches Zusammenkommen, Begegnungsstätte und wider die Anonymität der modernen Zeit und der Großstadt zu handeln.

ts: Was macht eure Genossenschaft aus?

Marc-Oliver Schrank: Wir sind keine normale Genossenschaft wo jeder einmal im Jahr seine Stimme abgibt, sondern eine Mitmachbrauerei. Bei uns kann sich jeder einbringen, wir haben verschiedene Arbeitsgruppen, das ist der Kern unserer Genossenschaft. Wir haben die Arbeitsgruppe Technik, die tüfteln an einem neuen Sudwerk. Wir haben die Arbeitsgruppe Forschung und Entwicklung, da werden neue Getränke entwickelt und gemacht. Die Vertriebsgruppe kann mit unseren Fahrrädern Bier liefern, sich an der frischen Luft bewegen. Zusätzlich haben wir eine Design-, Werbe- und Marketinggruppe. Der Vorstand ist da, um das Ganze zu konzertieren und anzuleiten, um Mittel und Räume zur Verfügung zu stellen.


Marc-Oliver Schrank gründete mit 78 weiteren Bierinteressierten die Brauerei „Nordstadt braut“. Foto: sro

ts: Wohin führt der nächste Schritt der Nordstadt braut?

Marc-Oliver Schrank: Wir haben die Nordstadtbraut vor etwa einem Jahr gegründet, und sind über 300 Genossen. Wenn wir 600 Genossen sind, haben wir in ein bis eineinhalb Jahren genug Genossen und Geld, um eine eigene Brauerei zu bauen. Bisher sind wir Kuckucksbrauer und gehen mit unserem Rezept in andere Brauereien. Wenn es soweit ist wollen wir einen eigenen Kessel bauen, eigener Herr des Goldes werden. Und dann kommt hier irgendwo in Hannover, an einem Standort der noch zu finden ist, eine Brauerei mit Hofladen, Schankraum und Brauereibesichtigung. So richtig schön aus dem Stadtteil für den Stadtteil.

Doch die Zeit ist knapp für weitere Fragen. Oliver Schrank eilt zum nächsten Termin. Davor gibt er mir noch eine Brause zum Mitnehmen, steigt auf sein Rad und fährt los – angeschlossen ist die „Carla Cargo“, ein Fahrradanhänger mit Elektromotor. Damit können die Genossen bis zu 12 Kisten Bier in einem Schwung ans Ziel bringen.


„Carla Cargo“ kann an fast jedes Fahrrad angeschlossen werden. Quelle: Nordstadt braut

Info
Eine Genossenschaft besteht aus drei Gremien, der Generalversammlung, dem Aufsichtsrat und dem Vorstand.

-Die Generalversammlung setzt sich aus allen Genossen zusammen und tagt mindestens ein Mal im Jahr – sie wählt den Vorstand und den Aufsichtsrat.
-Der Vorstand führt die operativen Geschäfte und besteht aus mindestens zwei Personen.
-Der Aufsichtsrat fungiert als Kontrollgremium und überwacht die Geschäfte des Vorstands. Es vertritt die Interessen der Genossenschaft gegenüber dem Vorstand und nach außen, prüft den Jahresabschluss und informiert die Mitglieder über Entwicklungen der Genossenschaft.

Wer sich der Nordstadt braut anschließen möchte muss zunächst einen Anteil von 500€ beitragen. Danach kann sie oder er sich als Genosse aktiv in einer Arbeitsgruppe einbringen oder inaktiv mitwirken. Die Hälfte der Genossen kommen nicht aus Hannover, sondern aus ganz Deutschland. Insgesamt wirken etwa 50 Mitglieder aktiv mit.

Und wo gibt´s das 30167 Pils?

Das Bier gibt es an über 30 Standorten, u.a. im Klein Kröpcke, im Was Nun?, in der Gaststätte Kaiser, am Strandleben, in The Harp, im Spandau, im Locorito, im Café Liebes und bei Onkel Olli´s.

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