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Weil „leben“ erst der Anfang ist

oder
Warum ich denke, dass das Wort „lebendigen“ wieder Einzug in unseren täglichen Sprachgebrauch halten sollte

von Julia Thomas

Ein neues Wort muss her

Wir sind Menschen. Menschen sind Lebewesen. Wir leben. Und sind dabei bestenfalls lebendig. Wenn wir uns recht- oder frühzeitig vom Leben verabschieden, werden wir mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent im Krankenhaus wiederbelebt. Sterben wollen wir erst dann, wenn wir genug gelebt haben. Aber haben wir jemals genug gelebt? Als genügend empfinden wir weniger das Leben mit intakten Körperfunktionen, also einen regelmäßigen Atem und Herzschlag, sondern viel mehr die Zustandssteigerung des bloßen „Am-Leben-Seins“ hin zum emotionalisierten „lebendig sein“. Sprich, den tiefen Wunsch danach, das Leben nicht nur gelebt, sondern in vollen Zügen erlebt zu haben. Mittendrin, statt nur zu sein, Carpe Diem oder wie die Jugend sagt: YOLO (you only live once). Schade, dass der Versuch, das Leben mit Leben zu füllen oft entweder als Wandtattoo in der Küche endet und es nur selten vor die Haustür schafft oder als Jugendwort des Jahres 2013 zu den Akten gelegt wird. Eben dahin, wo es dem Leben am fernsten ist. Es ist höchste Zeit, den Staub aufzuwirbeln. Schluss damit, eingenickte Geister mit lebensbejahenden Phrasen zu verdreschen – ein neues Wort muss her! Eines, das für Lebensmut steht, für den frischen Wind im Kopf. Eine Umschreibung dafür, was die Dinge mit uns machen, für die es sich zu leben lohnt. Sie lebendigen uns.

Ein Blick zurück, ist manchmal auch ein Blick nach vorne. Meiner fiel ins Deutsche Wörterbuch (DWB, geführt seit 1838) und blieb an einem Begriff hängen, der erst den Gebrüdern Grimm und nun auch mir wichtig ist: Lebendigen (verb. lebendig machen)

Das gesteigerte Leben

Zur Erklärung der Notwendigkeit des Wortes „lebendigen“ im täglichen Sprachgebrauch muss zunächst ein Unterschied zwischen „lebend“ und „lebendig“ gemacht werden. Denn wer lebt, ist nicht gleich lebendig. Lebend ist, wer aufgrund seiner naturgegebenen, körperlichen Beschaffenheit funktioniert. Lebendig ist, wer diese grundlegende Funktionalität mit Emotionen füllt, ganz gleich, ob sie ausgelebt werden oder nicht. Demnach ist lebendig sein ein Wesenszustand, keine physische Verfassung. Wer lebendig ist, ist laut Duden zumindest nicht tot. Immerhin. Aber ist das Pendant zum Totsein nicht viel mehr „lebend“ als „lebendig“? Wenn wir im Sprachgebrauch einen Unterschied zwischen lebend und lebendig sein machen, sollte es auch einen zwischen wiederbeleben und lebendigen geben. Ein Toter wird wiederbelebt, nur ein Lebender kann lebendigt werden. Während das Wiederbeleben jemanden wieder zum Bewusstsein bringen kann, wird erst das Lebendigen das Bewusstsein erweitern. Lebendig zu sein ist somit die Grundvoraussetzung dafür, sich von Etwas oder Jemandem lebendigen lassen zu können. Und lebendigen beschreibt die Lebendigmachung des Geistes und somit auch die des Körpers.

Mehr ist mehr

Zu trocken? Das ist Theorie doch immer, solange du sie nicht durch Taten veräußerst. Richtig, auch für die Dinge, die dir gut tun, muss du etwas tun. Zumindest den Kopf heben, gerade wenn dir der Kragen zu platzen droht. Annehmen, was kommt und gehen lassen, was nicht bleiben will. Lebendigen kann dich alles, aber in erster Linie du selbst.
Gib dir Anschwung! Für den Lebensmut im Kleinen. Die Rührung, das Regen. Es geht nicht darum, wie sich die Welt dir zeigt, sondern wie du ihr begegnest. Was du in ihr siehst. Nur durch offene Geister, kann der Wind pfeifen und einen Ohrwurm dalassen, zu dem du nichts anderes als tanzen willst. Lebendigen beschreibt die Chance auf mehr. Den Willen, diesem eh schon schönen Leben noch eins drauf zu setzen. Schön nicht, weil es nichts daran auszusetzen gibt, sondern weil die Schönheit in der Möglichkeit liegt, jeden Moment zu deinem eigenen zu machen. Bevor ich mich in Phrasen flüchte, lieber ein paar Beispiele:

Vielleicht ist es Zufall,
vielleicht Magie,
vielleicht Alltag – vielleicht auch alles zusammen …
Wann hast du dich das letzte Mal lebendig gefühlt? Wer oder was hat dich lebendigt
?



Text und Illustrationen von Julia Thomas

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